Präsident Karsai und seine Familie auf Abschussliste. Bonner Konferenz gefährdet
Kabul/Berlin. Die Taliban setzen in Afghanistan angesichts der beginnenden Rückzugsbemühungen der internationalen Truppen zu neuen Offensiven an. Diese Vermutung äußerten Vertreter westlicher Geheimdienste in Kabul. Ein CIA-Vertreter meinte, die Taliban wollten "auf jeden Fall verhindern, dass bei einem Umschwung in Afghanistan Präsident Hamid Karsai und seine über das ganze Land verzweigte Sippe an der Macht bleiben". Sie stünden auf der "Abschussliste".
Geheimdienstler in Berlin erinnerten daran, dass Karsai dafür vorgesehen sei, die am 5. Dezember in Bonn beginnende große Afghanistan-Konferenz zu leiten, zu der mehr als tausend Teilnehmer erwartet werden. Bei der ersten Afghanistan-Konferenz (vom 27. November bis zum 5. Dezember 2001) war der Grundstein für einen politischen und wirtschaftlichen Neuanfang Afghanistans nach den Jahren der Schreckensherrschaft der Taliban gelegt worden. Zehn Jahre später soll Bilanz gezogen werden.
Nach jüngsten CIA-Beobachtungen wollen die Taliban "unter allen Umständen die Konferenz verhindern". Das würde nach ihrer Meinung gelingen, "wenn es Karsai nicht mehr gibt". Der Westen würde "vor einem Chaos stehen". Das sei der Plan der Taliban, erklärte ein CIA-Mann.
Karsai, der schon immer völlig abgeschirmt in seinem Kabuler Palast lebt, hat bereits zahlreiche Mordanschläge überlebt. Der Anführer der Taliban, Mullah Omar, habe aus seinem Versteck in Pakistan seinen Kämpfern in Afghanistan den Befehl erteilt, "Karsai jetzt endlich zu beseitigen". Geheimdienstkreise in Kabul berichteten, Omar habe es als einen "ersten gelungenen Schritt" bezeichnet, dass Hamid Karsais Statthalter in der südlichen Provinz Kandahar, sein Halbbruder Ahmed Wali, in der letzten Woche getötet wurde. Zuletzt wurde am Sonntag in Kabul ein enger Berater und Freund von Karsai, Dschan Mohammed Khan, erschossen. "Wir wollen sie alle kriegen", soll Omar nach Angaben von westlichen Geheimdienstlern gesagt haben.
Quelle: (dapd)
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Freitag, 22. Juli 2011
Dienstag, 12. Juli 2011
Halbbruder von Afghanistans Staatschef Karsai ermordet
Kandahar — In Afghanistan ist ein jüngerer Bruder von Staatschef Hamid Karsai ermordet worden. Ahmed Wali Karsai wurde in seinem eigenen Haus in Kandahar im Süden des Landes von einem Attentäter erschossen, wie Regierungs- und Sicherheitsvertreter sagten. Gegen Wali Karsai waren immer wieder Vorwürfe wegen Korruption und Drogenhandels laut geworden, im Kampf gegen die Taliban war er indes ein wichtiger Verbündeter der NATO. Staatschef Karsai bestätigte den Tod seines jüngeren Halbbruders.
Nach Angaben des Polizeichefs von Kandahar, Abdul Rasek, wurde Wali Karsai vom Chef der Leibwache seiner Familie getötet. Der Angreifer, Sardar Mohammed, sei seit sieben Jahren für die Sicherheit im Stadtteil Bala Kars in Kandahar verantwortlich gewesen, wo viele Familienmitglieder Karsais leben. Den Angaben zufolge befand er sich allein mit Wali Karsai im Büro in dessen Haus und tötete ihn mit Schüssen in Kopf und Brust. Leibwächter seien sofort in das Büro gestürmt und hätten den Angreifer erschossen. Wali Karsai habe in einer "Blutlache gelegen" und sei noch vor Ort gestorben.
Ein ranghoher Mitarbeiter des afghanischen Geheimdienstes bestätigte diese Schilderung. Der Angreifer sei ein Stammesältester aus dem Heimatdorf Wali Karsais gewesen, den dieser seit langem gekannt habe.
Die Taliban erklärten, sie hätten Mohammed kürzlich mit der Ermordung Wali Karsais beauftragt. Ein Talibansprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP am Telefon, dies sei "einer der größten Erfolge" der Taliban seit dem Beginn der Frühjahrsoffensive. Ein Mitarbeiter des Innenministeriums sagte zu AFP, das Motiv für den Mord sei noch unklar.
Wali Karsai, Vorsitzender des Provinzrates von Kandahar, galt als einer der mächtigsten Männer der Region und unerschütterlicher Unterstützer seines älteren Bruders Hamid. In von der Internetplattform Wikileaks veröffentlichten US-Diplomatendepeschen wurde er wiederholt als "reichlich korrupt und in den Drogenhandel verstrickt" eingestuft; Vorwürfe, die er stets zurückwies.
Der Oberkommandierende der US- und NATO-Truppen in Afghanistan, US-General David Petraeus, verurteilte den Mord an Wali Karsai. Die ISAF werde dabei helfen, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Auch Pakistans Regierung und die US-Botschaft in Kabul verurteilten die Tat.
Quelle: AFP
Nach Angaben des Polizeichefs von Kandahar, Abdul Rasek, wurde Wali Karsai vom Chef der Leibwache seiner Familie getötet. Der Angreifer, Sardar Mohammed, sei seit sieben Jahren für die Sicherheit im Stadtteil Bala Kars in Kandahar verantwortlich gewesen, wo viele Familienmitglieder Karsais leben. Den Angaben zufolge befand er sich allein mit Wali Karsai im Büro in dessen Haus und tötete ihn mit Schüssen in Kopf und Brust. Leibwächter seien sofort in das Büro gestürmt und hätten den Angreifer erschossen. Wali Karsai habe in einer "Blutlache gelegen" und sei noch vor Ort gestorben.
Ein ranghoher Mitarbeiter des afghanischen Geheimdienstes bestätigte diese Schilderung. Der Angreifer sei ein Stammesältester aus dem Heimatdorf Wali Karsais gewesen, den dieser seit langem gekannt habe.
Die Taliban erklärten, sie hätten Mohammed kürzlich mit der Ermordung Wali Karsais beauftragt. Ein Talibansprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP am Telefon, dies sei "einer der größten Erfolge" der Taliban seit dem Beginn der Frühjahrsoffensive. Ein Mitarbeiter des Innenministeriums sagte zu AFP, das Motiv für den Mord sei noch unklar.
Wali Karsai, Vorsitzender des Provinzrates von Kandahar, galt als einer der mächtigsten Männer der Region und unerschütterlicher Unterstützer seines älteren Bruders Hamid. In von der Internetplattform Wikileaks veröffentlichten US-Diplomatendepeschen wurde er wiederholt als "reichlich korrupt und in den Drogenhandel verstrickt" eingestuft; Vorwürfe, die er stets zurückwies.
Der Oberkommandierende der US- und NATO-Truppen in Afghanistan, US-General David Petraeus, verurteilte den Mord an Wali Karsai. Die ISAF werde dabei helfen, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Auch Pakistans Regierung und die US-Botschaft in Kabul verurteilten die Tat.
Quelle: AFP
Halbbruder von Afghanistans Staatschef Karsai ermordet
Kandahar — In Afghanistan ist ein jüngerer Bruder von Staatschef Hamid Karsai ermordet worden. Ahmed Wali Karsai wurde in seinem eigenen Haus in Kandahar im Süden des Landes von einem Attentäter erschossen, wie Regierungs- und Sicherheitsvertreter sagten. Gegen Wali Karsai waren immer wieder Vorwürfe wegen Korruption und Drogenhandels laut geworden, im Kampf gegen die Taliban war er indes ein wichtiger Verbündeter der NATO. Staatschef Karsai bestätigte den Tod seines jüngeren Halbbruders.
Nach Angaben des Polizeichefs von Kandahar, Abdul Rasek, wurde Wali Karsai vom Chef der Leibwache seiner Familie getötet. Der Angreifer, Sardar Mohammed, sei seit sieben Jahren für die Sicherheit im Stadtteil Bala Kars in Kandahar verantwortlich gewesen, wo viele Familienmitglieder Karsais leben. Den Angaben zufolge befand er sich allein mit Wali Karsai im Büro in dessen Haus und tötete ihn mit Schüssen in Kopf und Brust. Leibwächter seien sofort in das Büro gestürmt und hätten den Angreifer erschossen. Wali Karsai habe in einer "Blutlache gelegen" und sei noch vor Ort gestorben.
Ein ranghoher Mitarbeiter des afghanischen Geheimdienstes bestätigte diese Schilderung. Der Angreifer sei ein Stammesältester aus dem Heimatdorf Wali Karsais gewesen, den dieser seit langem gekannt habe.
Die Taliban erklärten, sie hätten Mohammed kürzlich mit der Ermordung Wali Karsais beauftragt. Ein Talibansprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP am Telefon, dies sei "einer der größten Erfolge" der Taliban seit dem Beginn der Frühjahrsoffensive. Ein Mitarbeiter des Innenministeriums sagte zu AFP, das Motiv für den Mord sei noch unklar.
Wali Karsai, Vorsitzender des Provinzrates von Kandahar, galt als einer der mächtigsten Männer der Region und unerschütterlicher Unterstützer seines älteren Bruders Hamid. In von der Internetplattform Wikileaks veröffentlichten US-Diplomatendepeschen wurde er wiederholt als "reichlich korrupt und in den Drogenhandel verstrickt" eingestuft; Vorwürfe, die er stets zurückwies.
Der Oberkommandierende der US- und NATO-Truppen in Afghanistan, US-General David Petraeus, verurteilte den Mord an Wali Karsai. Die ISAF werde dabei helfen, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Auch Pakistans Regierung und die US-Botschaft in Kabul verurteilten die Tat.
Quelle: AFP
Nach Angaben des Polizeichefs von Kandahar, Abdul Rasek, wurde Wali Karsai vom Chef der Leibwache seiner Familie getötet. Der Angreifer, Sardar Mohammed, sei seit sieben Jahren für die Sicherheit im Stadtteil Bala Kars in Kandahar verantwortlich gewesen, wo viele Familienmitglieder Karsais leben. Den Angaben zufolge befand er sich allein mit Wali Karsai im Büro in dessen Haus und tötete ihn mit Schüssen in Kopf und Brust. Leibwächter seien sofort in das Büro gestürmt und hätten den Angreifer erschossen. Wali Karsai habe in einer "Blutlache gelegen" und sei noch vor Ort gestorben.
Ein ranghoher Mitarbeiter des afghanischen Geheimdienstes bestätigte diese Schilderung. Der Angreifer sei ein Stammesältester aus dem Heimatdorf Wali Karsais gewesen, den dieser seit langem gekannt habe.
Die Taliban erklärten, sie hätten Mohammed kürzlich mit der Ermordung Wali Karsais beauftragt. Ein Talibansprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP am Telefon, dies sei "einer der größten Erfolge" der Taliban seit dem Beginn der Frühjahrsoffensive. Ein Mitarbeiter des Innenministeriums sagte zu AFP, das Motiv für den Mord sei noch unklar.
Wali Karsai, Vorsitzender des Provinzrates von Kandahar, galt als einer der mächtigsten Männer der Region und unerschütterlicher Unterstützer seines älteren Bruders Hamid. In von der Internetplattform Wikileaks veröffentlichten US-Diplomatendepeschen wurde er wiederholt als "reichlich korrupt und in den Drogenhandel verstrickt" eingestuft; Vorwürfe, die er stets zurückwies.
Der Oberkommandierende der US- und NATO-Truppen in Afghanistan, US-General David Petraeus, verurteilte den Mord an Wali Karsai. Die ISAF werde dabei helfen, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Auch Pakistans Regierung und die US-Botschaft in Kabul verurteilten die Tat.
Quelle: AFP
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